Homeoffice-Pflicht von meinem Chef verordnet - ist das legal?

Mein Arbeitgeber (ein KMU mit 40 Personen) hat gerade entschieden, dass alle mindestens 4 Tage pro Woche ins Büro kommen müssen, obwohl wir die letzten 2 Jahre komplett im Homeoffice gearbeitet haben. In meinem Vertrag steht dazu nichts. Darf der Arbeitgeber das einfach so ändern, ohne uns zu fragen? Was soll ich tun, wenn ich nicht einverstanden bin?

3 Antworten

In Frankreich kann der Arbeitgeber die Arbeitsbedingungen ändern, muss das aber regelmäßig und begründet tun - er kann dich nicht einfach von heute auf morgen ins Büro zurückzwingen ohne Diskussion. Das Beste ist erst mal zu überprüfen, ob es einen Tarifvertrag oder Klauseln in deinem Arbeitsvertrag gibt, die vom Homeoffice sprechen, denn das zählt wirklich. Falls es nichts gibt und dein Chef das einseitig durchsetzt, kannst du widersprechen und argumentieren, dass es eine erhebliche Änderung der Arbeitsbedingungen ist, und wenn ihr euch nicht einigt, könnt ihr die Arbeitgeberschaftskammer oder eine Gewerkschaft um Hilfe bitten. Dokumentiere vorher alles (Emails, Nachrichten) und versuche mit ihm schriftlich darüber zu sprechen, um eine Spur zu haben.

Der Arbeitgeber kann einen Ortswechsel des Arbeitsplatzes anordnen, muss aber eine angemessene Kündigungsfrist einhalten und das gilt als eine Änderung des Vertrags. Wenn in eurem Vertrag nichts zur Vor-Ort-Arbeit vorgesehen ist, verlangt schriftlich die genauen Bedingungen und den Stichtag für die Umsetzung, denn eine Woche reicht definitiv nicht aus, um sich anzupassen. Ihr könnt auch ablehnen, wenn das nicht in euren ursprünglichen Bedingungen steht, und euch bei eurem Betriebsrat, einer Gewerkschaft oder bei einem Arbeitsanwalt Rat holen. Am Ende ist es wie überall: wenn ihr wirklich zu 100% im Homeoffice bleiben möchtet, müsst ihr verhandeln oder die Konsequenzen akzeptieren, aber sie können euch das nicht von jetzt auf gleich ohne Diskussion aufzwingen.

Das Ding ist: Du und deine Kollegen, ihr habt da ein Ass im Ärmel - wenn das nicht im Vertrag festgehalten wurde und ihr seit zwei Jahren so arbeitet, dann ist das zur etablierten Praxis geworden. Der Arbeitgeber kann nicht einfach von heute auf morgen eine Änderung durchziehen, ohne zu verhandeln, er muss euch eine Frist geben (mindestens mehrere Wochen, nicht ein paar Tage) und das ist technisch gesehen eine Vertragsänderung.

Falls ihr mehrere im gleichen Fall seid, könntet ihr eine Gruppenbesprechung fordern, um das zu diskutieren, oder zumindest deinem Chef eine professionelle Mail schreiben, in der du eine Übergangsfrist und vielleicht einen Kompromiss forderst (zum Beispiel 2 Tage im Büro statt 4, oder ein flexibles Modell). Falls er wirklich jede Diskussion abblockt und das ein Problem für dich ist, kannst du einen Arbeitsanwalt konsultieren oder dich an das Arbeitsgericht wenden, aber ehrlich gesagt zwingt das einfache, höfliche Nachfragen oft die Firmen dazu, bei Timing und Bedingungen vernünftiger zu sein.

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