Soll ich in meinem Lebenslauf verschweigen, dass ich remote aus einer anderen Stadt arbeite?

Ich lebe in Sankt Petersburg, aber seit eineinhalb Jahren arbeite ich remote für ein Moskauer Unternehmen. Jetzt suche ich einen neuen Job. Sollte ich in meinem Lebenslauf angeben, dass ich nicht in Moskau bin, oder einfach erst mal antworten und es dann im Vorstellungsgespräch erklären? Ich habe Angst, dass sie mich gleich aussortieren.

4 Antworten

★ Beste Antwort

Das ist wirklich eine knifflige Situation, denn Stille in deinem Lebenslauf könnte sich in einem unerwarteten Moment gegen dich wenden. Wenn du mehrere Interviews führst und erst dann sagst „übrigens, ich bin in Sankt Petersburg", könnte sich das Unternehmen betrogen fühlen, auch wenn Remote-Arbeit technisch gesehen das Problem löst. Besser, du gibst die Stadt direkt an - wenn die Stelle Remote-Arbeit erlaubt, ist das überhaupt kein Problem, und wenn sie Büropräsenz verlangt, dann wirst du aussortiert, aber du verschwendest keine Zeit in sinnlose Interviews. Die Hauptsache zum Beachten: Schau in den Verträgen deines Moskauer Arbeitgebers nach, ob es Einschränkungen für die Arbeit aus einem anderen Bundesgebiet gibt - das könnte für HR wichtig sein bei der Berechnung von Steuern oder Versicherungen.

Ich würde es im Lebenslauf ehrlich angeben, aber das hängt von der Stelle ab. Wenn das Unternehmen offensichtlich jemanden ins Büro sucht - ja, riskierst du eine Absage, aber es hat keinen Sinn, es zu verschweigen, später kommt es sowieso raus und wirft mehr Fragen auf. Wenn die Stelle remote ist oder das Unternehmen nichts gegen verteilte Teams hat, ist die Angabe des Standorts überhaupt kein Problem. Wichtig ist, gleich zu zeigen, dass du bereit für Moskauer Zeit bist und zuverlässig, falls das für den Arbeitgeber wichtig ist.

Das Wichtigste ist, auf die Formulierung der Stellenausschreibung zu achten. Wenn dort „Büroarbeit in Moskau erforderlich" oder „Präsenzpflicht" steht, macht es keinen Sinn, das zu verschweigen - das wäre sogar kontraproduktiv. Aber wenn zum Arbeitsort nichts Konkretes gesagt wird oder die Möglichkeit von Remote-Arbeit erwähnt wird, kannst du einfach ins Lebenslauf „remote, Wohnort - Sankt Petersburg" schreiben und nicht so viel Aufhebens davon machen. Ehrlichkeit hilft dir hier, weil man der Firma schon vorher sieht - entweder passt es ihr oder nicht.

Wenn du aber schweigst und mehrere Vorstellungsgespräche hinter dich bringst und dich dann outen musst, erweckst du den Eindruck, dass du Informationen versteckt hast. Selbst wenn die Gründe logisch waren, kann das Misstrauen auslösen - so nach dem Motto: Wenn du schon das eine verschwiegen hast, was verschweigst du noch? Es ist einfacher, einmal ehrlich alles anzugeben und sich von Firmen abzugrenzen, denen das nicht passt, als später erklären zu müssen.

Lifehack: Füg ins Lebenslauf eine Zeile wie „bereit für Dienstreisen" oder „Büroarbeit während der Einarbeitungszeit möglich" hinzu - das zeigt Flexibilität und kann den Arbeitgeber beruhigen, der wegen der Entfernung ein bisschen nervös ist. Dann sieht es auch nicht wie ein Hindernis aus, wenn jemand in Petersburg ist, sondern wie eine lösbare Variante.

борис76 asker Danke, das macht Sinn. Ja, ich schaue mir gerade Stellen ohne Bürogebundenheit an - ich werde die Bereitschaft zu Dienstreisen hinzufügen, das ist eine gute Idee.

Lies das Stellenangebot - das ist deine Orientierung. Wenn dort in großen Buchstaben steht „Büro in Moskau", „Anwesenheit im Büro erforderlich" oder „Umzug obligatorisch", dann solltest du es definitiv nicht verschweigen. Ihr beiden würdet nur Zeit verschwenden: Der Recruiter wird genervt sein, das nach mehreren Interviewrunden zu erfahren, und du landest dann zwischen deinem Standort und deinen Qualifikationen, und der Arbeitgeber nimmt einfach einen besseren Kandidaten.

Aber wenn die Stellenanzeige nur die Position beschreibt, ohne Ortsangabe, Remote-Arbeit ermöglicht oder zumindest nicht verbietet - dann kannst du in deinem Lebenslauf eine Zeile oben hinzufügen: „Standort: Sankt-Petersburg, Remote-Arbeit möglich" oder so ähnlich 😊 Dann bist du ehrlich, gibst aber sofort Kontext, dass du bereit für ein Format bist, das du schon eineinhalb Jahre praktizierst.

Das Wichtigste - sag es nicht zu lange nicht. Wenn du es im Lebenslauf verschweigst und sich dann beim zweiten Gespräch plötzlich alles offenbart, sieht das so aus, als würdest du etwas vor ihnen verstecken, und das Vertrauen fällt. Besser ehrlich und offen von Anfang an.

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