Das Problem ist, dass du der Kritik zu viel Macht über dich gibst. Wenn du den Dialog im Kopf immer wieder durchspielst und dir die perfekte Antwort ausdenkst, verlängerst du damit eigentlich den Konflikt - dein Gehirn denkt, dass die Situation noch nicht abgeschlossen ist. Du musst sie irgendwie für dich selbst beenden, und das muss nicht unbedingt in der Realität passieren.
Ein einfacher Trick hilft: Wenn du merkst, dass du dich schon wieder in dem Gespräch verrennst, frag dich ehrlich - kann an dieser Kritik vielleicht etwas dran sein? Nicht, weil derjenige, der kritisiert, in allem recht hat, sondern schau dir seine Worte einfach ohne Gefühle an. Wenn da einen Körnchen Wahrheit drin steckt - überleg dir, was du dir davon merken wirst. Wenn es nur jemandes Wut oder Unwahrheit ist - erkenne an, dass es um ihn geht, nicht um dich, und lass es los. Mit der Zeit wird es einfacher, zu bemerken, wenn dein Gehirn anfängt, das wieder abzuspielen, und sag dir einfach: „Okay, ich habe das schon geklärt."
Mit der Zeit wirst du dich ohnehin daran gewöhnen, nicht an Verletzungen festzuhalten. Menschen sagen oft Dummheiten im Affekt, vergessen sie nach einem Tag, aber du leidest noch einen Monat darunter. Das ist unfair dir selbst gegenüber.