Das Handy einfach wegnehmen und sich dann über Aggression wundern ist kontraproduktiv. Das Gehirn eines 14-Jährigen ist noch im Entwicklungsstadium, und diese Plattformen sind buchstäblich dafür designt worden, um Abhängigkeit zu schaffen - das ist nicht Faulheit von ihm oder Charakterschwäche. Wenn du es ihm plötzlich entzieht, ist das wie den Stecker rauszuziehen, der ihn emotional auflädt, und natürlich wird er dann wütend.
Was wirklich was ändern würde, ist, eine Abmachung zu treffen, bei der er das Gefühl hat, Mitspracherecht zu haben. Frag ihn ehrlich, was ihn so sehr anzieht - liegt es daran, dass alle seine Freunde da sind? Weil er sich durch Likes validiert fühlt? Weil es eine Flucht vor etwas ist? Die Antworten werden aufschlussreich sein. Anstatt einfach zu verbieten, macht ihr dann gemeinsam Grenzen aus, die Sinn machen: kein Handy beim Essen ist okay, aber dafür hat er zu anderen Zeiten Platz, um online zu sein. Das Ziel ist nicht, ihn zu kontrollieren, sondern dass er merkt, dass er das selbst hinbekommen kann.
Es hilft auch sehr, wenn du echte Alternativen anbietest - nicht einfach nur „hör auf mit Instagram", sondern „lass uns was machen, das auch spannend ist". Das könnte alles Mögliche sein, vom Kino bis zu einem Hobby, das ihn interessiert. Die Reizbarkeit, die du spürst, ist ein Zeichen dafür, dass er Verbindung und Bestätigung braucht; wenn du das auf etwas anderes umlenken kannst, während ihr den Bildschirm schrittweise reduziert, wird das Ganze weniger zu einem täglichen Kampf. Das braucht Zeit, aber funktioniert besser als Verbote.